Möbel·Europäisches Kunsthandwerk·Gemälde

Kunsthandel Peter Mühlbauer
Schloss Schönburg | 94060 Pocking
Telefon +49 (0)8531 - 18 15 | Fax +49 (0)8531 - 133 00
petermuehlbauer@t-online.de | www.kunsthandel-muehlbauer.com

Möbel·Europäisches Kunsthandwerk·Gemälde

Kommode von den Gebrüdern Spindler

Potsdam, um 1765

Johann Friedrich (1726–1793) und Heinrich Wilhelm Spindler (1738–1788), Ebenisten am Hof Friedrichs des Großen

Palisander, Amarant, Weißbuche, Buchsbaum und Bergahorn, teils gefärbt und graviert; Korpus aus Eiche und Rotkiefer.

Originale, versilberte und vergoldete Bronzebeschläge.

80,3 x 120 x 61,5 cm

Zwei Familien begründen den internationalen Rang des deutschen Rokoko auf dem Gebiet der Möbelkunst – Abraham und David Roentgen, Neuwied, sowie die Gebrüder Spindler, Bayreuth / Potsdam.

In Bayreuth war der Vater Johann Spindler als Hofbauschreiner tätig. Von seinen sieben Söhnen war der zweitälteste Sohn Jacob Spindler Hofschreiner, er leitete den Bau des Schlosses „Fantaisie” in Donndorf bei Bayreuth.

Sein Sohn Johann Friedrich Spindler leitete die Ebenistenwerkstatt in der auch schon Heinrich Wilhelm, sein zwölf Jahre jüngerer Bruder mitarbeitete. Nach dem Tod der Markgräfin Wilhelmine von Bayreuth, der Lieblingsschwester Friedrich II., wurden in Bayreuth hervorragende Künstler frei, die Friedrich der Große für seinen Schlossbau nach Potsdam berief, u.a. die Gebrüder Spindler.

Während Roentgen eine Manufaktur führte, die rund 300 Mitarbeiter unterhielt und seine in Serie gefertigten Luxusmöbel an alle Höfe Europas verkaufte, arbeiteten die Gebrüder Spindler in Potsdam – fast ausschließlich und mit Sicherheit auch nur mit einem oder zwei Gesellen für den Hof Friedrichs des Großen. Die erste bisher bekannte Rechnung für Arbeiten im „Neuen Palais” ist datiert vom 11.08.1766 für einen Schreibtisch und von beiden Spindlern quittiert.

Die in drei Felder gegliederte Frontseite der Kommode mit dem Blumenbouquet in der zentralen Kartusche ist charakteristisch für das friderizianische Rokoko um 1765. Die Kommode ist mit zum Teil exotischen Hölzern wie Palisander, Amarant, Buchsbaum, Weißbuche und Bergahorn furniert und „alles stückweise eingelegt und gravirt”. Die Bronzebeschläge treffen den Geschmack Friedrichs des Großen für Silber. Man findet identische Bronzebeschläge auch bei anderen Spindlerarbeiten, wie z.B. einer Kommode im Neuen Palais in Potsdam.

Die Kommode belegt exemplarisch den Höhepunkt des naturalistischen Rokoko unter Friedrich dem Großen.

Spindler-Möbel aus der Berliner Zeit zählen zu dem Rarsten und sind so gut wie nicht mehr existent.

 

Anmerkung:
Eine fast identische Kommode befand sich bis 1919 im Neuen Palais Potsdam und ist heute Bestand des kaiserlichen Kunstbesitzes im holländischen Exil Haus Doorn.

Literatur:

  • Kaiserlicher Kunstbesitz, Berlin 1991, Seite 105, Kat.Nr. 96

 

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Kommode von den </n>Gebrüdern Spindler

Kommode von den Gebrüdern Spindler

Potsdam, um 1765

Johann Friedrich (1726–1793) und Heinrich Wilhelm Spindler (1738–1788), Ebenisten am Hof Friedrichs des Großen

Palisander, Amarant, Weißbuche, Buchsbaum und Bergahorn, teils gefärbt und graviert; Korpus aus Eiche und Rotkiefer.

Originale, versilberte und vergoldete Bronzebeschläge.

80,3 x 120 x 61,5 cm

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Zwei Familien begründen den internationalen Rang des deutschen Rokoko auf dem Gebiet der Möbelkunst – Abraham und David Roentgen, Neuwied, sowie die Gebrüder Spindler, Bayreuth / Potsdam.

In Bayreuth war der Vater Johann Spindler als Hofbauschreiner tätig. Von seinen sieben Söhnen war der zweitälteste Sohn Jacob Spindler Hofschreiner, er leitete den Bau des Schlosses „Fantaisie” in Donndorf bei Bayreuth.

Sein Sohn Johann Friedrich Spindler leitete die Ebenistenwerkstatt in der auch schon Heinrich Wilhelm, sein zwölf Jahre jüngerer Bruder mitarbeitete. Nach dem Tod der Markgräfin Wilhelmine von Bayreuth, der Lieblingsschwester Friedrich II., wurden in Bayreuth hervorragende Künstler frei, die Friedrich der Große für seinen Schlossbau nach Potsdam berief, u.a. die Gebrüder Spindler.

Während Roentgen eine Manufaktur führte, die rund 300 Mitarbeiter unterhielt und seine in Serie gefertigten Luxusmöbel an alle Höfe Europas verkaufte, arbeiteten die Gebrüder Spindler in Potsdam – fast ausschließlich und mit Sicherheit auch nur mit einem oder zwei Gesellen für den Hof Friedrichs des Großen. Die erste bisher bekannte Rechnung für Arbeiten im „Neuen Palais” ist datiert vom 11.08.1766 für einen Schreibtisch und von beiden Spindlern quittiert.

Die in drei Felder gegliederte Frontseite der Kommode mit dem Blumenbouquet in der zentralen Kartusche ist charakteristisch für das friderizianische Rokoko um 1765. Die Kommode ist mit zum Teil exotischen Hölzern wie Palisander, Amarant, Buchsbaum, Weißbuche und Bergahorn furniert und „alles stückweise eingelegt und gravirt”. Die Bronzebeschläge treffen den Geschmack Friedrichs des Großen für Silber. Man findet identische Bronzebeschläge auch bei anderen Spindlerarbeiten, wie z.B. einer Kommode im Neuen Palais in Potsdam.

Die Kommode belegt exemplarisch den Höhepunkt des naturalistischen Rokoko unter Friedrich dem Großen.

Spindler-Möbel aus der Berliner Zeit zählen zu dem Rarsten und sind so gut wie nicht mehr existent.

 

Anmerkung:
Eine fast identische Kommode befand sich bis 1919 im Neuen Palais Potsdam und ist heute Bestand des kaiserlichen Kunstbesitzes im holländischen Exil Haus Doorn.

Literatur:

  • Kaiserlicher Kunstbesitz, Berlin 1991, Seite 105, Kat.Nr. 96