Möbel·Europäisches Kunsthandwerk·Gemälde

Kunsthandel Peter Mühlbauer
Schloss Schönburg | 94060 Pocking
Telefon +49 (0)8531 - 18 15 | Fax +49 (0)8531 - 133 00
petermuehlbauer@t-online.de | www.kunsthandel-muehlbauer.com

Möbel·Europäisches Kunsthandwerk·Gemälde

Vier Rokoko-Ziervasen

Franken, um 1745/50

Ferdinand Tietz (1708-1777), seit 1748 Hofbildhauer in Bamberg, und seiner Werkstatt zugeschr.

Provenienz:
Sehr wahrscheinlich Schloss Seehof bei Bamberg


Aus Main(Schilf)-Sandstein

Höhen: 150 / 159 / 159,5 und 160 cm

Ferdinand Tietz war böhmischer Herkunft und hatte seine Ausbildung sehr wahrscheinlich bei dem größten böhmischen Bildhauer des 18. Jahrhunderts, bei Matthias Braun von Braun, genossen, dem er in der dekorativen Begabung und in dem glühenden Temperament sehr nahe steht, wie ein Vergleich der Tietzschen Figuren mit denen Brauns für die Klosterkirche von Kukus überzeugend lehrt.

Während der ersten Periode für Seehof verfertigte Tietz mit seinen Gesellen 104 Figuren. Der Tod Philipp Antons von Franckenstein bedeutete für ihn und seine Werkstatt den Abbruch der Seehofer Arbeiten. Er folgte bald darauf einem Ruf nach Trier an den Hof des Kurfürsten Franz Georg von Schönborn, wo er die Ausschmückung des Schlosses Schönbornslust übernahm. Daneben verfertigte er Arbeiten an der Fassade des Trierer Residenzschlosses und 1759 den Figurenschmuck für das Engerser Lustschloss.

1760 kehrte Tietz wieder nach Bamberg zurück und traf in dem durch rücksichtslose Kriegskontributionen der Preußen ausgezehrten Lande auf eine Situation, die der Existenz eines Künstlers wenig Arbeitsmöglichkeit gewährte. Er fand aber Adam Friedrich von Seinsheim an seinem Hierbleiben interessiert. Dieser erneuerte seine Ernennung zum Bamberger Hofbildhauer durch Dekret vom 2. September 1760, in dem die „vorzüglich erworbene Geschicklichkeit″ gerühmt wird. Diese Bestallung wird ihn in der Hoffnung auf ausreichende künstlerische Betätigung, wobei ihm besonders das zehn Jahre früher begonnene Projekt des Seehofer Skulpturschmuckes vorgeschwebt haben mag, in Bamberg festgehalten haben. 

Der erste Auftrag, der im November 1760 um 50 Rthlr. an ihn vergeben wurde, bildete ein Seepferd nebst drei Kindlein. Damit hängt vielleicht zusammen, dass das Hofkammerprotokoll vom 18. Mai 1761 über die Akkordierung von Steinen berichtet, die für einige Statuen gebraucht werden, die der Hofbildhauer Tietz für den Seehof verfertigen soll.

Im Jahre 1764 begannen dann die großen Ausstattungsarbeiten des Seehofer Parks, die sich bis in das folgende Jahr ausdehnten. In letzterem schuf Tietz kurz vor seiner Abreise nach Würzburg auch noch den Figurenschmuck für das sogenannte Nebengärtlein am Franckensteinschlösschen.

Provenienz
Wohl für den Garten von Schloss Seehof bei Bamberg gefertigt.

Literatur

  •   Jahrbuch 1954/55 des Historischen Vereins Bamberg
  •   Bernd Wolfgang Lindemann: „Ferdinand Tietz 1708–1777, Studien zu Werk, Stil und Ikonographie″
  •   Wolfgang Brassat (Hrsg.): „Ferdinand Tietz 1708–1777 / Symposion und Ausstellung anlässlich des 300. Geburtstags des Rokoko-Bildhauers″.
  •   Michael Petzet, Emil Bauer: „Schloss Seehof. Sommerresidenz der Bamberger Fürstbischöfe″

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Vier Rokoko-Ziervasen

Vier Rokoko-Ziervasen Vier Rokoko-Ziervasen Vier Rokoko-Ziervasen Vier Rokoko-Ziervasen Vier Rokoko-Ziervasen

Vier Rokoko-Ziervasen

Franken, um 1745/50

Ferdinand Tietz (1708-1777), seit 1748 Hofbildhauer in Bamberg, und seiner Werkstatt zugeschr.

Provenienz:
Sehr wahrscheinlich Schloss Seehof bei Bamberg


Aus Main(Schilf)-Sandstein

Höhen: 150 / 159 / 159,5 und 160 cm

Ferdinand Tietz war böhmischer Herkunft und hatte seine Ausbildung sehr wahrscheinlich bei dem größten böhmischen Bildhauer des 18. Jahrhunderts, bei Matthias Braun von Braun, genossen, dem er in der dekorativen Begabung und in dem glühenden Temperament sehr nahe steht, wie ein Vergleich der Tietzschen Figuren mit denen Brauns für die Klosterkirche von Kukus überzeugend lehrt.

Während der ersten Periode für Seehof verfertigte Tietz mit seinen Gesellen 104 Figuren. Der Tod Philipp Antons von Franckenstein bedeutete für ihn und seine Werkstatt den Abbruch der Seehofer Arbeiten. Er folgte bald darauf einem Ruf nach Trier an den Hof des Kurfürsten Franz Georg von Schönborn, wo er die Ausschmückung des Schlosses Schönbornslust übernahm. Daneben verfertigte er Arbeiten an der Fassade des Trierer Residenzschlosses und 1759 den Figurenschmuck für das Engerser Lustschloss.

1760 kehrte Tietz wieder nach Bamberg zurück und traf in dem durch rücksichtslose Kriegskontributionen der Preußen ausgezehrten Lande auf eine Situation, die der Existenz eines Künstlers wenig Arbeitsmöglichkeit gewährte. Er fand aber Adam Friedrich von Seinsheim an seinem Hierbleiben interessiert. Dieser erneuerte seine Ernennung zum Bamberger Hofbildhauer durch Dekret vom 2. September 1760, in dem die „vorzüglich erworbene Geschicklichkeit″ gerühmt wird. Diese Bestallung wird ihn in der Hoffnung auf ausreichende künstlerische Betätigung, wobei ihm besonders das zehn Jahre früher begonnene Projekt des Seehofer Skulpturschmuckes vorgeschwebt haben mag, in Bamberg festgehalten haben. 

Der erste Auftrag, der im November 1760 um 50 Rthlr. an ihn vergeben wurde, bildete ein Seepferd nebst drei Kindlein. Damit hängt vielleicht zusammen, dass das Hofkammerprotokoll vom 18. Mai 1761 über die Akkordierung von Steinen berichtet, die für einige Statuen gebraucht werden, die der Hofbildhauer Tietz für den Seehof verfertigen soll.

Im Jahre 1764 begannen dann die großen Ausstattungsarbeiten des Seehofer Parks, die sich bis in das folgende Jahr ausdehnten. In letzterem schuf Tietz kurz vor seiner Abreise nach Würzburg auch noch den Figurenschmuck für das sogenannte Nebengärtlein am Franckensteinschlösschen.

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Provenienz
Wohl für den Garten von Schloss Seehof bei Bamberg gefertigt.

Literatur

  •   Jahrbuch 1954/55 des Historischen Vereins Bamberg
  •   Bernd Wolfgang Lindemann: „Ferdinand Tietz 1708–1777, Studien zu Werk, Stil und Ikonographie″
  •   Wolfgang Brassat (Hrsg.): „Ferdinand Tietz 1708–1777 / Symposion und Ausstellung anlässlich des 300. Geburtstags des Rokoko-Bildhauers″.
  •   Michael Petzet, Emil Bauer: „Schloss Seehof. Sommerresidenz der Bamberger Fürstbischöfe″