Möbel·Europäisches Kunsthandwerk·Gemälde

Kunsthandel Peter Mühlbauer
Schloss Schönburg | 94060 Pocking
Telefon +49 (0)8531 - 18 15 | Fax +49 (0)8531 - 133 00
petermuehlbauer@t-online.de | www.kunsthandel-muehlbauer.com

Möbel·Europäisches Kunsthandwerk·Gemälde

Klassizistischer Schreibtisch mit Galerie und Tablaren

Neuwied, um 1785

David Roentgen
(1743 - 1807)

Mahagoni und Mahagoni moucheté,vergoldete Bronzen
77 × 78 × 50,5 cm

Der exquisite „Table à écrire“ im klassizistischen Stil ist ein Beispiel für die unvergleichbare Handwerkskunst David Roentgens. Die Produktion seiner Luxusmöbel bleibt bis heute an Qualität und Raffinesse unerreicht und begeistert noch immer die Welt.

David Roentgen war der älteste Sohn Abraham Roentgens, welcher bereits um 1750 eine bedeutende Kunsttischlerei in Neuwied am Rhein betrieb. Er übertraf seinen Vater noch in künstlerischer Hinsicht, Organisation und Vermarktung und wurde zu einem der besten Ebenisten seiner Zeit. Er belieferte fast alle Fürsten- und Königshäuser Europas, darunter auch Ludwig XVI. und Marie-Antoinette in Paris, Katharina die Große in St. Petersburg sowie Friedrich den Großen in Berlin.

So waren all seine Möbel für den oft weiten Transport konzipiert und wie auch dieser Tisch, in Einzelteile zerlegbar, vor allem die Beine, abschraubbar. Darin eingelassene, durch Muttern gekonterte Metallgewindestangen garantierten einen bis heute festen Sitz der Beine.

Englischen Vorbildern folgend ist das Tischchen mit Gelenkrollen aus Messing ausgestattet, sodass es frei im Raum bewegt werden kann.

Die rechteckige Platte mit Galeriegitter und Profileinfassung über einer mit Perlleisten, Triglyphen und Rosetten dekorierten Zarge, zu beiden Seiten Auszugsplatten (Tablare), um die Ablagefläche zu vergrößern bzw. Kerzenleuchter abzustellen.

Das Tischblatt ist mit einem einzigen Blatt Mahagoni furniert, welches in seiner großen Breite von einem ungewöhnlich alten und starken Mahagonibaum stammt und als außergewöhnliche Seltenheit und Kostbarkeit geschätzt wurde. Die natürliche, changierende Maserung des Mahagoniholzes, in diesem Fall das seltene „Mahagoni moucheté“ mit seiner getüpfelten Struktur bildet den perfekten Hintergrund für die aufwändigen, vergoldeten Bronzen und lässt somit die Form des Möbels klar und elegant zu Tage treten.

„Das gefleckte Mahagonyholz ist sehr selten, weswegen es auch sehr theuer verkauft wird; allein es entschädigt auch dafür durch seine außerordentliche Schönheit; erst durch das Poliren kommen die Flecken auf dem Boden zum Vorschein...“.
so beschreibt ein zeitgenössischer Kenner der Möbel D. Roentgens dieses wertvolle Material.

Eine Schublade mit mittigem Rhombus aus Riffelblech und Perlleisten gibt beim Herausziehen eine mit grünem, gold-punzierten Leder bezogene Schreibplatte frei. Beim Zurückschieben offenbaren sich dem Benutzer kleine Schubläden und eine Fläche zum Ablegen von Dokumenten und Schreibutensilien.

Sog. „Mille-Raies“ Riffelbleche sind in die konischen Beine eingekratet, welche in „Eichel-Sabots“ mit Rollen enden und mit einer konkaven Platte, ebenfalls mit Galeriegitter, verbunden sind.

Die Wirkung des Tisches ist kostbar, denn er ist bei seinem kleinen Format reich mit feuervergoldeten Bronzen geschmückt.

Eine 1786 erfolgte Lieferung an Katharina die Große beinhaltete mehrere dieser rechteckigen, kleiner Tische mit Galerie, die in ihrer Herstellung zwischen 75 und 96 Rubel berechnet waren. Ein fast identischer Schreibtisch wurde 1978 bei Sotheby´s aus der Sammlung Robert von Hirsch versteigert. Dieser trägt den bekrönten Brandstempel CA für Carl August von Sachsen-Weimar und belegt somit auch eine Lieferung an den Weimarer Hof.

Provenienz:
Österreichischer Privatbesitz

Literatur:

  • Hans Huth, Roentgen-Möbel, 1974, Abb. 155
  • Dietrich Fabian, Abraham und David Roentgen, 1996, Abb. 92
  • Josef Maria Greber, Abraham und David Roentgen, Möbel für Europa, Bd.II, 1980, Abb. 610

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Klassizistischer Schreibtisch mit Galerie und Tablaren

Klassizistischer Schreibtisch mit Galerie und Tablaren Klassizistischer Schreibtisch mit Galerie und Tablaren Klassizistischer Schreibtisch mit Galerie und Tablaren

Klassizistischer Schreibtisch mit Galerie und Tablaren

Neuwied, um 1785

David Roentgen
(1743 - 1807)

Mahagoni und Mahagoni moucheté,vergoldete Bronzen
77 × 78 × 50,5 cm

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Der exquisite „Table à écrire“ im klassizistischen Stil ist ein Beispiel für die unvergleichbare Handwerkskunst David Roentgens. Die Produktion seiner Luxusmöbel bleibt bis heute an Qualität und Raffinesse unerreicht und begeistert noch immer die Welt.

David Roentgen war der älteste Sohn Abraham Roentgens, welcher bereits um 1750 eine bedeutende Kunsttischlerei in Neuwied am Rhein betrieb. Er übertraf seinen Vater noch in künstlerischer Hinsicht, Organisation und Vermarktung und wurde zu einem der besten Ebenisten seiner Zeit. Er belieferte fast alle Fürsten- und Königshäuser Europas, darunter auch Ludwig XVI. und Marie-Antoinette in Paris, Katharina die Große in St. Petersburg sowie Friedrich den Großen in Berlin.

So waren all seine Möbel für den oft weiten Transport konzipiert und wie auch dieser Tisch, in Einzelteile zerlegbar, vor allem die Beine, abschraubbar. Darin eingelassene, durch Muttern gekonterte Metallgewindestangen garantierten einen bis heute festen Sitz der Beine.

Englischen Vorbildern folgend ist das Tischchen mit Gelenkrollen aus Messing ausgestattet, sodass es frei im Raum bewegt werden kann.

Die rechteckige Platte mit Galeriegitter und Profileinfassung über einer mit Perlleisten, Triglyphen und Rosetten dekorierten Zarge, zu beiden Seiten Auszugsplatten (Tablare), um die Ablagefläche zu vergrößern bzw. Kerzenleuchter abzustellen.

Das Tischblatt ist mit einem einzigen Blatt Mahagoni furniert, welches in seiner großen Breite von einem ungewöhnlich alten und starken Mahagonibaum stammt und als außergewöhnliche Seltenheit und Kostbarkeit geschätzt wurde. Die natürliche, changierende Maserung des Mahagoniholzes, in diesem Fall das seltene „Mahagoni moucheté“ mit seiner getüpfelten Struktur bildet den perfekten Hintergrund für die aufwändigen, vergoldeten Bronzen und lässt somit die Form des Möbels klar und elegant zu Tage treten.

„Das gefleckte Mahagonyholz ist sehr selten, weswegen es auch sehr theuer verkauft wird; allein es entschädigt auch dafür durch seine außerordentliche Schönheit; erst durch das Poliren kommen die Flecken auf dem Boden zum Vorschein...“.
so beschreibt ein zeitgenössischer Kenner der Möbel D. Roentgens dieses wertvolle Material.

Eine Schublade mit mittigem Rhombus aus Riffelblech und Perlleisten gibt beim Herausziehen eine mit grünem, gold-punzierten Leder bezogene Schreibplatte frei. Beim Zurückschieben offenbaren sich dem Benutzer kleine Schubläden und eine Fläche zum Ablegen von Dokumenten und Schreibutensilien.

Sog. „Mille-Raies“ Riffelbleche sind in die konischen Beine eingekratet, welche in „Eichel-Sabots“ mit Rollen enden und mit einer konkaven Platte, ebenfalls mit Galeriegitter, verbunden sind.

Die Wirkung des Tisches ist kostbar, denn er ist bei seinem kleinen Format reich mit feuervergoldeten Bronzen geschmückt.

Eine 1786 erfolgte Lieferung an Katharina die Große beinhaltete mehrere dieser rechteckigen, kleiner Tische mit Galerie, die in ihrer Herstellung zwischen 75 und 96 Rubel berechnet waren. Ein fast identischer Schreibtisch wurde 1978 bei Sotheby´s aus der Sammlung Robert von Hirsch versteigert. Dieser trägt den bekrönten Brandstempel CA für Carl August von Sachsen-Weimar und belegt somit auch eine Lieferung an den Weimarer Hof.

Provenienz:
Österreichischer Privatbesitz

Literatur:

  • Hans Huth, Roentgen-Möbel, 1974, Abb. 155
  • Dietrich Fabian, Abraham und David Roentgen, 1996, Abb. 92
  • Josef Maria Greber, Abraham und David Roentgen, Möbel für Europa, Bd.II, 1980, Abb. 610