Möbel·Europäisches Kunsthandwerk·Gemälde

Kunsthandel Peter Mühlbauer
Schloss Schönburg | 94060 Pocking
Telefon +49 (0)8531 - 18 15 | Fax +49 (0)8531 - 133 00
petermuehlbauer@t-online.de | www.kunsthandel-muehlbauer.com

Möbel·Europäisches Kunsthandwerk·Gemälde

Namban Lack-Truhe

Japan, Edo-Periode, ca. 1640

Schwarz- und Goldlack mit Silberstreu und Perlmutteinlagen, gravierte und vergoldete Kupferbeschläge, auf vergoldetem Rokokogestell.

120,5 (68,5) x 110,5 x 51 cm

Provenienz:

  • Fürst Ladislaus Palffy, Wien
  • Palais Palffy, Josefsplatz, Wien

Durch die Handelsbeziehungen der in den Niederlanden gegründeten „Ostindischen Kompanie” gelangten ab ca. 1610 vereinzelt kunsthandwerkliche Erzeugnisse aus dem fernen Osten nach Europa und lösten alsbald eine regelrechte „Japan- und China-Mode” aus. Neben Seide und Porzellanwaren waren es vor allem die aufwendigen, farbigen Lackarbeiten aus Japan mit ihren faszinierenden Oberflächen, die auf großes Interesse stießen und als hoch bezahlte Luxusgüter ihren Weg an die europäischen Fürstenhöfe fanden.

Die Namban Lack-Truhe ist ein charakteristisches Exemplar japanischer Lackkunst, bei der ein in zahllosen Schichten aufgetragener Schwarzlack (hiramaki – e) einen gleichmäßigen Fond für die reliefierten Bildmotive (takamaki – e) abgibt, die mittels aufgestäubten, verschieden geformten Metallpartikeln (nashiji) farblich subtil abgestuft sind. Ein die Felder nach außen hin begrenzendes „Gitterband” aus unzähligen, fein ausgesägten Perlmuttplättchen schimmert in irisierenden Farben und unterstreicht den Glanz des schwarzen Lackes – dessen Herstellung ein bis ins späte 19. Jh. behütetes Geheimnis der Japaner blieb. Somit eiferten europäische Fürstenhäuser und ihre Hofhandwerker der Fertigkeit nach, die so kostbaren und aufgrund der schwierigen Transportbedingungen (viele der damals nach Japan ausgesandten Schiffe erreichten nicht mehr den heimischen Hafen und sanken mit der teuren Ladung von Seide, Porzellan und Lackarbeiten) extrem teuren Lackarbeiten zu kopieren, konnten jedoch die Qualität und die Ausführung nie erreichen.

Die Lack-Truhe dürfte somit schon um 1640 über den Hafen von Antwerpen nach Wien in die Sammlung der Fürsten Palffy gelangt sein. Das aufwendig geschnitzte, vergoldete Gestell in den vegetabilen Formen des Rokoko wurde erst um 1840/50 für die Truhe gefertigt und zeigt uns, welche Bedeutung diesem Stück schon zu dieser Zeit gebührte. Somit stellt die japanische Namban Lack-Truhe auf dem vergoldeten Wiener Untergestell „par excellence” das schon im 17. Jahrhundert aufkommende Interesse Europas am damals noch fremden „fernen Osten” dar und belegt dadurch die ersten kunsthandwerklichen Verbindungen zwischen Orient und Okzident.

Vergleichbare Objekte befinden sich in der Royal Collection Stockholm sowie im National Museum, Tokyo.

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Namban Lack-Truhe

Namban Lack-Truhe

Japan, Edo-Periode, ca. 1640

Schwarz- und Goldlack mit Silberstreu und Perlmutteinlagen, gravierte und vergoldete Kupferbeschläge, auf vergoldetem Rokokogestell.

120,5 (68,5) x 110,5 x 51 cm

Provenienz:

  • Fürst Ladislaus Palffy, Wien
  • Palais Palffy, Josefsplatz, Wien

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Durch die Handelsbeziehungen der in den Niederlanden gegründeten „Ostindischen Kompanie” gelangten ab ca. 1610 vereinzelt kunsthandwerkliche Erzeugnisse aus dem fernen Osten nach Europa und lösten alsbald eine regelrechte „Japan- und China-Mode” aus. Neben Seide und Porzellanwaren waren es vor allem die aufwendigen, farbigen Lackarbeiten aus Japan mit ihren faszinierenden Oberflächen, die auf großes Interesse stießen und als hoch bezahlte Luxusgüter ihren Weg an die europäischen Fürstenhöfe fanden.

Die Namban Lack-Truhe ist ein charakteristisches Exemplar japanischer Lackkunst, bei der ein in zahllosen Schichten aufgetragener Schwarzlack (hiramaki – e) einen gleichmäßigen Fond für die reliefierten Bildmotive (takamaki – e) abgibt, die mittels aufgestäubten, verschieden geformten Metallpartikeln (nashiji) farblich subtil abgestuft sind. Ein die Felder nach außen hin begrenzendes „Gitterband” aus unzähligen, fein ausgesägten Perlmuttplättchen schimmert in irisierenden Farben und unterstreicht den Glanz des schwarzen Lackes – dessen Herstellung ein bis ins späte 19. Jh. behütetes Geheimnis der Japaner blieb. Somit eiferten europäische Fürstenhäuser und ihre Hofhandwerker der Fertigkeit nach, die so kostbaren und aufgrund der schwierigen Transportbedingungen (viele der damals nach Japan ausgesandten Schiffe erreichten nicht mehr den heimischen Hafen und sanken mit der teuren Ladung von Seide, Porzellan und Lackarbeiten) extrem teuren Lackarbeiten zu kopieren, konnten jedoch die Qualität und die Ausführung nie erreichen.

Die Lack-Truhe dürfte somit schon um 1640 über den Hafen von Antwerpen nach Wien in die Sammlung der Fürsten Palffy gelangt sein. Das aufwendig geschnitzte, vergoldete Gestell in den vegetabilen Formen des Rokoko wurde erst um 1840/50 für die Truhe gefertigt und zeigt uns, welche Bedeutung diesem Stück schon zu dieser Zeit gebührte. Somit stellt die japanische Namban Lack-Truhe auf dem vergoldeten Wiener Untergestell „par excellence” das schon im 17. Jahrhundert aufkommende Interesse Europas am damals noch fremden „fernen Osten” dar und belegt dadurch die ersten kunsthandwerklichen Verbindungen zwischen Orient und Okzident.

Vergleichbare Objekte befinden sich in der Royal Collection Stockholm sowie im National Museum, Tokyo.