Möbel·Europäisches Kunsthandwerk·Gemälde

Kunsthandel Peter Mühlbauer
Schloss Schönburg | 94060 Pocking
Telefon +49 (0)8531 - 18 15 | Fax +49 (0)8531 - 133 00
petermuehlbauer@t-online.de | www.kunsthandel-muehlbauer.com

Möbel·Europäisches Kunsthandwerk·Gemälde

Indo-portugiesisches Kabinett, sog. Contador

Goa, ca. 1650/70

Zedernholz intarsiert mit Ebenholz und Elfenbein, vergoldete Kupferbeschläge.

133,5 cm x 86 x 44,5 cm

Dieses außergewöhnliche Kabinett veranschaulicht die reizvolle Verbindung von Ost und West, welche für Kolonialmöbel bezeichnend und zudem typisch für Arbeiten der ehemaligen portugiesischen Kolonie Goa ist. Das Muster, das aus Sternen und sich überschneidenden Kreisen gebildet wird, überzieht die gesamte Oberfläche und findet sich auch bei Stücken, die von den Portugiesen in anderen Teilen Indiens in Auftrag gegeben wurden. Es ist vergleichbar mit einem sehr ähnlichen Kabinett, das sich im Victoria und Albert Museum befindet (A. Jaffer, S. 58-59). Dieses Muster entdeckt man gleichfalls auf einem kleinen Kabinett in Lissabon (J. Flores, N. Vassallo e Silva, S.111).

Das westliche Vorbild für dieses Möbel mit seinem rechteckigen Aufbau und der Unterteilung in zwölf kleine Schubladen ist eindeutig der Typ des Kabinettschranks, der im 17. Jahrhundert weit verbreitet ist. Das hier präsentierte Kabinett unterscheidet sich von seinen europäischen Vorbildern durch den mittleren Bereich (mit seiner Gliederung in vier Schubladen), der ihm die markante koloniale Erscheinung verleiht.

Ein weiteres charakteristisches Merkmal dieses Kabinetts und anderer dieser Art ist die skulpturale Ausformung der Füße. Typischerweise haben sie die Gestalt einer weiblichen Figur mit dem Unterkörper einer Seeschlange. Wissenschaftler sehen darin Verkörperungen von nagas und naginis – hinduistischer Schlangengottheiten, von denen man viel versprechend in manchen Regionen annimmt, dass sie vor Gefahren und auch vor Schlangenbissen beschützen.

Literatur:

  • Amin Jaffer, „Luxury goods from India”, 2002, S. 58-59
  • Jorge Flores and Nuno Vassallo e Silva, Goa and the Great Mughal, 2004, S. 111
  • Fernanda Castro Freire,
    „Mobilario” Bd. II, S. 77-85

Kunsthandel Peter Mühlbauer
Schloss Schönburg | 94060 Pocking
Telefon +49 (0)8531 - 18 15 | Fax +49 (0)8531 - 133 00
petermuehlbauer@t-online.de | www.kunsthandel-muehlbauer.com

Abbildung vergroessern
Indo-portugiesisches Kabinett, sog. Contador

Indo-portugiesisches Kabinett, sog. Contador

Goa, ca. 1650/70

Zedernholz intarsiert mit Ebenholz und Elfenbein, vergoldete Kupferbeschläge.

133,5 cm x 86 x 44,5 cm

Abbildung vergrößern!
Objekt drucken!

Dieses außergewöhnliche Kabinett veranschaulicht die reizvolle Verbindung von Ost und West, welche für Kolonialmöbel bezeichnend und zudem typisch für Arbeiten der ehemaligen portugiesischen Kolonie Goa ist. Das Muster, das aus Sternen und sich überschneidenden Kreisen gebildet wird, überzieht die gesamte Oberfläche und findet sich auch bei Stücken, die von den Portugiesen in anderen Teilen Indiens in Auftrag gegeben wurden. Es ist vergleichbar mit einem sehr ähnlichen Kabinett, das sich im Victoria und Albert Museum befindet (A. Jaffer, S. 58-59). Dieses Muster entdeckt man gleichfalls auf einem kleinen Kabinett in Lissabon (J. Flores, N. Vassallo e Silva, S.111).

Das westliche Vorbild für dieses Möbel mit seinem rechteckigen Aufbau und der Unterteilung in zwölf kleine Schubladen ist eindeutig der Typ des Kabinettschranks, der im 17. Jahrhundert weit verbreitet ist. Das hier präsentierte Kabinett unterscheidet sich von seinen europäischen Vorbildern durch den mittleren Bereich (mit seiner Gliederung in vier Schubladen), der ihm die markante koloniale Erscheinung verleiht.

Ein weiteres charakteristisches Merkmal dieses Kabinetts und anderer dieser Art ist die skulpturale Ausformung der Füße. Typischerweise haben sie die Gestalt einer weiblichen Figur mit dem Unterkörper einer Seeschlange. Wissenschaftler sehen darin Verkörperungen von nagas und naginis – hinduistischer Schlangengottheiten, von denen man viel versprechend in manchen Regionen annimmt, dass sie vor Gefahren und auch vor Schlangenbissen beschützen.

Literatur:

  • Amin Jaffer, „Luxury goods from India”, 2002, S. 58-59
  • Jorge Flores and Nuno Vassallo e Silva, Goa and the Great Mughal, 2004, S. 111
  • Fernanda Castro Freire,
    „Mobilario” Bd. II, S. 77-85