Möbel·Europäisches Kunsthandwerk·Gemälde

Kunsthandel Peter Mühlbauer
Schloss Schönburg | 94060 Pocking
Telefon +49 (0)8531 - 18 15 | Fax +49 (0)8531 - 133 00
petermuehlbauer@t-online.de | www.kunsthandel-muehlbauer.com

Möbel·Europäisches Kunsthandwerk·Gemälde

Augustin Oudart Justina(t)

† 12. März 1743

KINDERPORTRÄT VON LOUIS XV.
(1710 – 1774) 

Öl auf Leinwand
138 x 114 cm

signiert und datiert in der Volutenspange der Konsole: „JUSTINA · · 1717 · ”
rückseitig auf der Leinwand beschriftet:

„PORTRAIT DE LOUIS XV / DONNE PAR LUI MEME A Mlle / D’AUMALLE″
 
Das Gemälde zeigt den französischen König Louis XV als etwa sechsjährigen Knaben, stehend als Ganzfigur, die Insignien seiner königlichen Macht präsentierend und ist eines der seltenen überkommenden Werke des französischen Hofmalers Augustin Oudart Justinat.

Die Beschriftung sowie die Etiketten auf der Rückseite des Gemäldes belegen, dass es sich bei dem Gemälde um ein persönliches Geschenk des damals 7-jährigen Königs, welcher sehr früh seine Mutter verlor, an seine 63-jährige Urgroßmutter, die „Duchesse d’Aumale” handelt.

Augrund der Anerkennung, welches das im „Grand Cabinet″ aufgehängte erste Kinderbild des Königs erntete, bat man Justinat, elf weitere, leicht voneinander abweichende Versionen davon anzufertigen. Jedoch waren nur drei dieser Ausführungen bisher als erhalten bekannt:

  • das Gemälde im Museum Château de Versailles, welches den Herrscher in selber Pose an dem identischen Konsoltisch zeigt – jedoch vermutlich später beschnitten (85 x 75 cm).
  • das Gemälde im Schloss Fasanerie bei Fulda, das sich bereits 100 Jahre nach seiner Fertigstellung in der Kurfürstlich Hessischen Gemäldesammlung befand und in den entsprechenden Inventaren erwähnt ist.
  • ein weiteres Exemplar, ehemals in der Sammlung des Fürsten Radziwill und später im Palais Nieborow in Polen – heute in Privatbesitz.

Aus Archiven geht hervor, dass der König weitere Fassungen wohl als Staatsgeschenke bei Justinat u.a. für den Herzog von Villeroy, den Zaren von Russland sowie den Kronprinzen Sobiesky in Auftrag gab.

Bereits als Fünfjähriger hatte Louis den Thron bestiegen und zeigt sich auf dem Porträt modisch mit reich besticktem Brokatrock, dem sog. Justaucorps. Ebenso zum neuen Trend gehörten Kniehose, Seidenstrümpfe und Schnallenschuhe, wozu die Krawatte, Schleife und Spitzenmanschetten als Accessoires kombiniert wurden.

Ein wichtiges Detail wird in den roten Absätzen der Schuhe vorgeführt. Diese tragen zu dürfen, war ein Privileg, das nur dem König und dem hohen Adel zugestanden war, ein Erlass Ludwigs XIV., dem Großvater des Knaben. Über die rechte Schulter trägt er das Blaue Band, das sog. „Cordon bleu″ des Ordens vom Hl. Geist, den der junge König hier nicht in der üblichen Form, sondern allem Anschein nach in einer reich mit Juwelen besetzten Ausführung angelegt hat. Während er mit der rechten Hand das Zepter hält, dirigiert er mit der Linken einen kleinen Hund, der dem Befehl seines Herrn mit dem Heben des Pfötchens treu und aufmerksam Folge leistet. Neben dem Hinweis auf eine standesgemäße Hierarchie dient der Hund gleichzeitig als ein Symbol für die Erziehung der Jugend zur Tugend.

Aufgrund der Provenienz und der rückwärtigen alten Beschriftung handelt es sich bei diesem neu entdeckten Kinderporträts des Louis XV um ein hochrangiges Zeugnis französischer Geschichte.

Provenienz:
— Maria Johanna (Baptista) von Savoyen, (1644 – 1724) / duchesse d’Aumale
— wohl Charles Godefroy de La Tour d'Auvergne, Herzog von Bouillon (1706 - 1771),
   (Großkammerherr von Louis XV.)
— Godefroy Charles Henri de La Tour d'Auvergne, Herog von Bouillon (1728 - 1792),
   (Großkammerherr von Louis XV. und XVI.)
— Prinz und Prinzessin Henry de La Tour d’Auvergne Lauraguais

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Augustin Oudart Justina(t)

Augustin Oudart Justina(t) Augustin Oudart Justina(t) Augustin Oudart Justina(t)

Augustin Oudart Justina(t)

† 12. März 1743

KINDERPORTRÄT VON LOUIS XV.
(1710 – 1774) 

Öl auf Leinwand
138 x 114 cm

signiert und datiert in der Volutenspange der Konsole: „JUSTINA · · 1717 · ”
rückseitig auf der Leinwand beschriftet:

„PORTRAIT DE LOUIS XV / DONNE PAR LUI MEME A Mlle / D’AUMALLE″
 
Das Gemälde zeigt den französischen König Louis XV als etwa sechsjährigen Knaben, stehend als Ganzfigur, die Insignien seiner königlichen Macht präsentierend und ist eines der seltenen überkommenden Werke des französischen Hofmalers Augustin Oudart Justinat.

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Die Beschriftung sowie die Etiketten auf der Rückseite des Gemäldes belegen, dass es sich bei dem Gemälde um ein persönliches Geschenk des damals 7-jährigen Königs, welcher sehr früh seine Mutter verlor, an seine 63-jährige Urgroßmutter, die „Duchesse d’Aumale” handelt.

Augrund der Anerkennung, welches das im „Grand Cabinet″ aufgehängte erste Kinderbild des Königs erntete, bat man Justinat, elf weitere, leicht voneinander abweichende Versionen davon anzufertigen. Jedoch waren nur drei dieser Ausführungen bisher als erhalten bekannt:

  • das Gemälde im Museum Château de Versailles, welches den Herrscher in selber Pose an dem identischen Konsoltisch zeigt – jedoch vermutlich später beschnitten (85 x 75 cm).
  • das Gemälde im Schloss Fasanerie bei Fulda, das sich bereits 100 Jahre nach seiner Fertigstellung in der Kurfürstlich Hessischen Gemäldesammlung befand und in den entsprechenden Inventaren erwähnt ist.
  • ein weiteres Exemplar, ehemals in der Sammlung des Fürsten Radziwill und später im Palais Nieborow in Polen – heute in Privatbesitz.

Aus Archiven geht hervor, dass der König weitere Fassungen wohl als Staatsgeschenke bei Justinat u.a. für den Herzog von Villeroy, den Zaren von Russland sowie den Kronprinzen Sobiesky in Auftrag gab.

Bereits als Fünfjähriger hatte Louis den Thron bestiegen und zeigt sich auf dem Porträt modisch mit reich besticktem Brokatrock, dem sog. Justaucorps. Ebenso zum neuen Trend gehörten Kniehose, Seidenstrümpfe und Schnallenschuhe, wozu die Krawatte, Schleife und Spitzenmanschetten als Accessoires kombiniert wurden.

Ein wichtiges Detail wird in den roten Absätzen der Schuhe vorgeführt. Diese tragen zu dürfen, war ein Privileg, das nur dem König und dem hohen Adel zugestanden war, ein Erlass Ludwigs XIV., dem Großvater des Knaben. Über die rechte Schulter trägt er das Blaue Band, das sog. „Cordon bleu″ des Ordens vom Hl. Geist, den der junge König hier nicht in der üblichen Form, sondern allem Anschein nach in einer reich mit Juwelen besetzten Ausführung angelegt hat. Während er mit der rechten Hand das Zepter hält, dirigiert er mit der Linken einen kleinen Hund, der dem Befehl seines Herrn mit dem Heben des Pfötchens treu und aufmerksam Folge leistet. Neben dem Hinweis auf eine standesgemäße Hierarchie dient der Hund gleichzeitig als ein Symbol für die Erziehung der Jugend zur Tugend.

Aufgrund der Provenienz und der rückwärtigen alten Beschriftung handelt es sich bei diesem neu entdeckten Kinderporträts des Louis XV um ein hochrangiges Zeugnis französischer Geschichte.

Provenienz:
— Maria Johanna (Baptista) von Savoyen, (1644 – 1724) / duchesse d’Aumale
— wohl Charles Godefroy de La Tour d'Auvergne, Herzog von Bouillon (1706 - 1771),
   (Großkammerherr von Louis XV.)
— Godefroy Charles Henri de La Tour d'Auvergne, Herog von Bouillon (1728 - 1792),
   (Großkammerherr von Louis XV. und XVI.)
— Prinz und Prinzessin Henry de La Tour d’Auvergne Lauraguais