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Renaissance Kabinett-Kästchen aus der Werkstätte des Matthias Wal(l)baum (1554-1632)

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Renaissance Kabinett-Kästchen aus der Werkstätte des Matthias Wal(l)baum (1554-1632)

Augsburg, ca. 1615/20

Ebenholz, durchbrochene Silberappliken mit vergoldeten Cherubim

Geheimfächer mit Sprungfedermechanik

20 x 15 x 20,5 cm

Dieser rundum ansichtige Kabinettschrank zählt zu den exquisitesten Werken der deutschen Möbelkunst, für welche Augsburg im 16. Jahrhundert an den europäischen Höfen besonders berühmt war.

Für die Aufbewahrung von Präziosen einer Kunstkammer konzipiert, zeigt das kleine Kabinett die gesamte Augsburger Prachtentfaltung: Der opulente Silberschmuck ist ein Ausdruck des im Erzbergbau erlangten Reichtums und die Blüte der Goldschmiedekunst, während mit dem Ebenholz der Überseehandel symbolisiert wird, welcher für die Stadt der Fugger von großer Bedeutung war.

Das Möbel ist das Resultat einer über Zunftgrenzen hinausreichenden Zusammenarbeit, bei der sog. Kistler, Goldschmiede und kaufmännische Kunstagenten aufeinandertrafen.

Eine kleine Reiseapotheke mit fast identischen Silberappliken befindet sich in der Staatl. Eremitage in St. Petersburg (Inv. Nr. ER07516).

Prov.: Privatsammlung, England