Mondsichel-Madonna

Mondsichel-Madonna, Frontansicht, Kunsthandel Mühlbauer

Mondsichel-Madonna

Mondsichel-Madonna

Matthäus Kreniss (Meister der Altöttinger Türen)

Niederbayern/ Eggenfelden um 1520
Lindenholz

Höhe 100 cm

Rückseitig ausgehöhlte und ursprünglich gefasste Skulptur der Maria mit dem Kind auf dem Halbmond stehend – ein Hinweis auf die Offenbarung des Evangelisten Johannes.

In Ihrer Linken das Jesuskind mit Halskette, das sich dem Betrachter zuwendet. Es hält in der linken Hand einen Apfel, Symbol des Sündenfalls, als Hinweis auf die Erlösung der Menschheit durch seinen späteren Kreuzestod.

Weitere Abbildungen

Maria trägt über ein geschnürtes Miederkleid einen über ihre Schulter drapierten Mantel, den sie unter dem rechten Arm aufnimmt, wodurch dieser in Falten vor ihren Körper fällt. Der Faltenwurf wird belebt durch sich knittrig häufende, virtuos geschnitzte Partien. Marias Gesicht mit der hohen Stirn wird umrahmt von einer Zackenkrone und den breit ausfächernden, langen Haaren, die in Strähnen vor dem Körper und in Wellen auf ihrem Rücken herunterfallen.

Die Madonna steht den beiden Portalfiguren des Meisters Kreniss der Altöttinger Stiftskirche sehr nahe.

Als unmittelbar zugehörig dürfen auch die zwei weiblichen Heiligen von Matthäus Kreniss im Deutschen Museum in Berlin ( Demmler, Bildwerke III, S. 268 Nr. 80, 81) angesehen werden.

Expertise

Dr. Alfred Schädler München, den 6. Februar 1986

Provenienz
  • Sammlung Licht  Wien / versteigert 7. Mai 1929 bei Hugo Helbing / Ffm. Kat. Nr. 323 / Tafel XI
  • Ludwig Obermayer, Altötting – 1932 Leihgeber zur Ausstellung in der Herzoglichen Residenz Landshut, „Hans Leinberger – Hans Stethaimer“ 25. Juni – 25. Juli 1932, Kat. Nr. 93 / S. 45
  • Kunsthandel Urban & Pierigal München bis 1986
  • Privatsammlung, Süddeutschland
Literatur
  • Philipp Maria Halm: Studien zur Süddeutschen Plastik, Band II, S. 1 ff., München 1926
  • Ausstellungskatalog „Hans Leinberger – Hans Stethaimer“ 25. Juni – 25. Juli 1932, Kat. Nr. 93 / S. 45